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Gutmensch – die Erste

Gutmensch – die Erste

Ich möchte mit diesem Beitrag eine Serie starten, die sich mit menschlichen Eigenschaften, deren Auswirkungen auf Mitmenschen und allgemeinen „Problemen“ zwischenmenschlichen Zusammenlebens beschäftigt. Den Anstoß für diesen speziellen Beitrag geben die Erlebnisse, welche wir auf der Suche nach den passenden Mitbewohnern für das #Zweitzuhause gemacht haben.

Gutmensch – Unwort des Jahrtausends

Eigentlich sollte das Wort „Gutmensch“ das Unwort des Jahrtausends werden. Denn wenn es negativ behaftet ist, dass ein Mensch „gut“ ist, dann läuft in der Gesellschaft etwas ganz gravierend schief. Ich verwende den Begriff trotzdem gerne. Vielleicht aus Trotz, vielleicht um ihn positiv zu besetzen.

Doch was ist eigentlich ein „guter“ Mensch? Vermutlich ist auch das etwas, was man nicht endgültig beantworten kann, da es jeder anders definiert. Ich persönlich finde viele Eigenschaften eines Menschen wichtig. Besonders hervorheben möchte ich aber heute das Thema Ehrlichkeit. Mir scheint, als wäre das ein seltenes Gut geworden. Immer weniger Menschen sind ehrlich und können Ehrlichkeit vertragen. Gerade Letzteres finde ich bedenklich. Stelle ich doch sehr häufig fest, dass verdammt viele Menschen lieber in eine alternative Realität flüchten, als sich mit den tatsächlichen Fakten auseinander zu setzen.

Selbstreflexion – eine seltene Fähigkeit

Ganz speziell fällt mir das bei der Reflexion eigenen Verhaltens auf. Begegnen mir doch in den letzten Jahren immer mehr Menschen, die sich nicht darüber im Klaren sind, was ihr eigenes Verhalten für Reaktionen bei anderen Menschen hervorruft. Oft sind diese Leute dann schon schwer traumatisiert, weil sie nur schlechte Erfahrungen mit Mitmenschen machen. In Wirklichkeit verhalten sie sich aber selbst so „dumm“, dass die Reaktionen der Anderen nur logisch sind, verstehen dies jedoch nicht. Und leider mache ich auch immer mehr die Erfahrung, dass man diesen tragischen Schicksalen nicht versuchen sollte zu helfen. Denn das wollen die meist gar nicht. Besser ist es dann, sich selbst in Sicherheit zu bringen und Abstand zu gewinnen.

Aber warum ist es eigentlich so schwer, zu sich (und auch den anderen) ehrlich zu sein? Ich habe darauf ehrlich gesagt keine gute Antwort. Laut Psychologie-Lehrmaterial ist Selbstreflexion ein ganz wichtiges Thema für zwischenmenschliche Beziehungen. Sie ist aber wohl bei etlichen psychischen Erkrankungen stark eingeschränkt bis gar nicht mehr vorhanden. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass sehr viele Menschen psychisch krank sind? Klar ist es nicht einfach, vielleicht sogar schmerzhaft, sich offen und schonungslos mit den eigenen Fehlern auseinander zu setzen. Aber ist es denn die Mühe nicht wert?

Die eigene Mitte finden

Meiner Meinung nach kann man nur dann zu sich selbst finden und in sich ruhen, wenn man sich kennt. Das wahre ich. Und ehrlich zu sich selbst ist. Und optimaler Weise ist man das auch zu seinen Mitmenschen. Und auch wenn es das Leben nicht immer einfacher macht, ich versuche so ehrlich wie möglich zu bleiben. Zu mir und meinen Mitmenschen. Im Gegenzug erwarte ich das auch von meinem Gegenüber. Es könnte so einfach sein…