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Wer nichts weiß, muss alles glauben

Wer nichts weiß, muss alles glauben

In Berlin findet derzeit (24.-28. Mai 2017) der evangelische Kirchentag statt. Wikipedia beschreibt die Veranstaltung unter anderem so: „Der Deutsche Evangelische Kirchentag versteht sich als eine freie Bewegung von Menschen, die der christliche Glaube und das Engagement für die Zukunft von Kirche und Welt zusammenführt. Er ist institutionell unabhängig von den evangelischen Kirchen.“

Dieses Jahr waren unter anderem Dr. Angela Merkel und Barak Obama vor Ort.

Viele Dinge unseres täglichen Lebens – Bräuche, Feiertage, wie Christi Himmelfahrt, Feste, Essen und Verhaltensmuster – sind vom christlichen Glauben geprägt, gerade und speziell in Bayern. Ich persönlich bin auch christlich, evangelisch, erzogen worden. Ich war nach der Konfirmation in der evangelischen Landjugend und als kleines Kind habe ich mit Oma vor dem Einschlafen immer in der Bibel gelesen und gebetet.

Wir könnten auch Grimms Märchen anbeten

Doch weswegen prägt eine Fantasy-Geschichte das Leben von so unendlich vielen Menschen? Denn sind wir mal ehrlich, die Bibel ist halt ein Buch, eine Story, eine Geschichte. Aber sie entbehrt jeglicher Realität. Wir könnten genauso gut Grimms Märchen anbeten. Es würde nicht wirklich einen Unterschied machen. Weswegen ist also die Religion immer noch so ein großes Thema? Ich persönlich glaube ja, dass der Mensch für Dinge, die er sich nicht erklären kann, eine Erklärung sucht. Und vor tausenden von Jahren, als wir noch nicht verstanden haben, wie die Menschheit und die Welt entstanden sind, war die Geschichte der Bibel eine mögliche, willkommene Erklärung. Doch ich vermute auch, dass das nicht der einzige Grund für die Entstehung religiöser Schriften ist, funktionieren sie doch alle nach einem gewissen Schema. Das Christentum, beispielsweise, ist eine Religion geschaffen von Männern für Männer. Die Frau ist hier klar in der „untergeordneten“ Rolle. Das Gleiche gilt für den Islam. Dies würde bedeuten, dass Religionen bereits dafür geschaffen wurden, zu eigenen Zwecken ausgelegt und damit missbraucht zu werden.

Religion hat in der Politik nichts verloren

Heute, in unserer aufgeklärten Zeit, sollten wir es aber doch eigentlich besser wissen. Trotzdem bekommen wir keine ordentliche Trennung von Staat und Kirche zusammen. Trotzdem werden Religionen immer noch dazu missbraucht, Kriege zu rechtfertigen oder unliebsame Gruppen zu diskriminieren.

Ich finde Religionen haben maximal dann eine Existenzberechtigung, wenn sie einzelnen Menschen dabei helfen, ihre Schicksal zu meistern. Das bedeutet dann aber, dass Religionen Privatsache sind. Für zuhause, für einen selbst. In der Gesellschaft, in der Öffentlichkeit und vor allem in der Politik haben Religionen nichts zu suchen. Da sind sie überholt und können meiner Meinung nach weg. Denn die Gefahr des Missbrauchs ist größer als der Nutzen.

Denn – wer nichts weiß, muss alles glauben.